CoRe @ HSD auf der ICA 2026 in Kapstadt

Der Forschungsschwerpunkt Communication Research @ HSD war auf der 76. Jahrestagung der International Communication Association (ICA) vertreten, die vom 4. bis 8. Juni 2026 im Cape Town International Convention Centre in Kapstadt, Südafrika, stattfand.

Die ICA-Jahrestagung zählt zu den zentralen internationalen Foren der Kommunikationswissenschaft. Sie bringt jährlich mehrere tausend Forscherinnen und Forscher aus aller Welt zusammen und bietet ein breites Programm zu aktuellen Entwicklungen des Fachs.

Kommunikation und Ungleichheiten im Fokus

Die Tagung stand 2026 unter dem Leitthema „Communication and Inequalities in Context“. Damit rückte die ICA die Frage in den Mittelpunkt, wie Kommunikation gesellschaftliche Ungleichheiten sichtbar macht, reproduziert oder bearbeitbar werden lässt – in politischen, kulturellen, technologischen und geografischen Kontexten.

Der Forschungsschwerpunkt war an mehreren Programmpunkten beteiligt:

Prompted Predictions: How ChatGPT Competes with Pollsters

Hella de Haas, Jana L. Peters und Olaf Jandura untersuchten, inwiefern KI-gestützte Vorhersagen mit klassischen Verfahren der Meinungs- und Wahlforschung konkurrieren können. Der Beitrag fragt damit nach der Leistungsfähigkeit, aber auch nach den Grenzen generativer KI als Instrument empirischer Sozialforschung.

AI for Whom? Intersectional Divides in the Digital Age

Jana L. Peters, Hella de Haas, Hannah Kehl und Olaf Jandura fragten nach sozialen Ungleichheiten im Zugang zu und in der Nutzung von KI. Der Beitrag verbindet Forschung zu digitaler Spaltung mit einer intersektionalen Perspektive und zeigt, dass die gesellschaftlichen Chancen von KI nicht für alle Gruppen gleichermaßen erreichbar sind.

Audience Fragmentation in a Heterogeneous Society: A Network Approach

Gemeinsam mit Merja Mahrt (Weizenbaum Institut) analysierte Olaf Jandura die Fragmentierung von Publika in einer heterogenen Gesellschaft. Im Mittelpunkt stand ein netzwerkanalytischer Zugang, der sichtbar macht, wie sich Mediennutzung, Informationsräume und Teilöffentlichkeiten strukturieren.

Lost in Political Space? Rethinking the Left-Right Scale Across Diverse Media and Political Systems

Carina Weinmann (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) und Olaf Jandura diskutierten in einer Blue-Sky-Big-Ideas-Session die Aussagekraft der politischen Links-Rechts-Skala. Der Beitrag nimmt in den Blick, ob dieses zentrale Instrument politischer Selbstverortung in vielfältigen Medienumgebungen und unterschiedlichen politischen Systemen noch ausreichend Orientierung bietet.

Forschung aus Düsseldorf im internationalen Austausch

Mit dieser Beteiligung war Communication Research @ HSD in Kapstadt in zentralen Debatten der internationalen Kommunikationswissenschaft präsent. Die Beiträge zeigen, wie eng die Forschung des Schwerpunkts mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen verbunden ist. Dazu zählen der Einsatz generativer KI in Forschung und Öffentlichkeit, die Fragmentierung von Publika, neue digitale Ungleichheiten sowie die Frage, wie politische Orientierung in komplexer werdenden Medien- und Parteiensystemen gemessen werden kann.

Die Präsenz auf der ICA unterstreicht zugleich die internationale Sichtbarkeit des Forschungsschwerpunkts. Gerade das Leitthema der Tagung bot einen passenden Rahmen, um Forschung aus Düsseldorf zu Kommunikation, Ungleichheit, Digitalisierung und demokratischer Öffentlichkeit in den internationalen Austausch einzubringen.

IMG_4279

Jana L. Peters auf der ICA 2026 in Kapstadt.

IMG_7581