Neue Publikation zur Nutzung der Deutschen Welle in Mexiko erschienen

Wie werden internationale Medienangebote in einer zunehmend digitalen und plattformisierten Medienumgebung genutzt? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein neuer Beitrag von Prof. Dr. Olaf Jandura, Co-Leiter von Communication Research @ HSD, und Dennis Lichtenstein von der Deutschen Welle.

Der spanischsprachige Artikel trägt den Titel „De ‘canal’ a ecosistema de servicios: Deutsche Welle en México entre TV, web y video social“ und ist in der Fachzeitschrift iMex. México Interdisciplinario / Interdisciplinary México erschienen.

Grundlage der Untersuchung ist eine repräsentative Befragung von 2.049 Personen ab 14 Jahren, die 2025 in Mexiko durchgeführt wurde. Analysiert wird, über welche Wege die Angebote der Deutschen Welle ihr Publikum erreichen und welche Bevölkerungsgruppen sie nutzen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Deutsche Welle in Mexiko nicht mehr nur als klassischer Fernsehsender verstanden werden kann. Ihre Inhalte werden über ein Zusammenspiel aus linearem Fernsehen, Partnerprogrammen, Webangeboten und sozialen Videoplattformen verbreitet. Das Fernsehen bleibt dabei wichtig: Die wöchentliche Reichweite der Deutschen Welle liegt bei 14 Prozent der mexikanischen Bevölkerung ab 14 Jahren. Ein großer Teil dieser Nutzung erfolgt über mexikanische Partnersender.

Gleichzeitig gewinnen digitale Plattformen deutlich an Bedeutung. Besonders für jüngere, urbane und gut ausgebildete Zielgruppen sind soziale Medien wichtige Zugangswege zu Nachrichten und internationalen Informationsangeboten. Der Artikel beschreibt die Deutsche Welle deshalb als ein medienübergreifendes „Ökosystem von Angeboten“.

Die Studie macht zugleich soziale und regionale Unterschiede sichtbar. Das Fernsehpublikum der Deutschen Welle ist überdurchschnittlich urban, hochgebildet und männlich. Auch zwischen den Regionen Mexikos bestehen deutliche Unterschiede. Internationale Medienangebote sind damit zwar grundsätzlich verfügbar, erreichen aber nicht alle gesellschaftlichen Gruppen gleichermaßen.

Kooperation mit der Mediaforschung der Deutschen Welle

Der Beitrag entstand in enger Zusammenarbeit zwischen Communication Research @ HSD und der Mediaforschung der Deutschen Welle. Dennis Lichtenstein arbeitet im Bereich Market and Audience Insights der Deutschen Welle. Die Datengrundlage stammt aus einer Reichweitenstudie dieses Bereichs.

Die Kooperation verbindet wissenschaftliche Perspektiven auf transnationale Öffentlichkeit, Mediennutzung und digitale Ungleichheit mit der praktischen Publikumsforschung eines internationalen Medienanbieters. Dadurch lassen sich Reichweitendaten nicht nur beschreiben, sondern auch im Hinblick auf Plattformisierung, soziale Selektivität und unterschiedliche Informationsrepertoires einordnen.

Über die Zeitschrift iMex

iMex. México Interdisciplinario / Interdisciplinary México ist eine interdisziplinäre wissenschaftliche Open-Access-Zeitschrift. Sie widmet sich der Erforschung Mexikos aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven, unter anderem aus Kultur-, Literatur-, Sozial-, Geschichts- und Kommunikationswissenschaft.

Die Zeitschrift versteht Mexiko nicht allein als nationalen Untersuchungsraum, sondern auch als Teil transnationaler kultureller, politischer und gesellschaftlicher Verflechtungen. Damit bietet sie einen besonders passenden Rahmen für die Analyse der Deutschen Welle als internationalem Medienanbieter in Mexiko.

 

Der Artikel ist in der Reihe Artículos iMex, Band 6, erschienen und frei zugänglich.

Jandura, O., & Lichtenstein, D. (2026). De “canal” a ecosistema de servicios: Deutsche Welle en México entre TV, web y video social. Artículos iMex, 6, 15–39. https://doi.org/10.5281/zenodo.21475941