71. Jahrestagung der DGPuK in Dortmund: Wissenschaft, Kommunikation und Demokratie im Fokus
Vom 18. bis 20. März 2026 lud das Institut für Journalistik der TU Dortmund zur 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft nach Dortmund ein. Unter dem Motto „#Wissenschaft #Kommunikation #Demokratie“ stand das Verhältnis von Wissenschaft, Journalismus, Öffentlichkeit und demokratischer Gesellschaft im Mittelpunkt.
Anlässlich seines 50-jährigen Bestehens richtete das Institut für Journalistik den Blick auf die Frage, welche Rolle wissenschaftliche und medienvermittelte Kommunikation in einer Zeit spielen, in der demokratische Öffentlichkeiten weltweit unter Druck geraten. Diskutiert wurde unter anderem, wie sich Kommunikationskonstellationen verändern und welche Verantwortung einer öffentlichkeitsbezogenen Kommunikationswissenschaft in digitalen und zunehmend KI-geprägten Meinungsbildungsprozessen zukommt.
Der Forschungsschwerpunkt Communication Research @ HSD war mit mehreren Beiträgen von Olaf Jandura vertreten:
Wie vielfältig ist Konstruktiver Journalismus?
Gemeinsam mit Matthias Mack und Marcus Maurer von der Universität Mainz präsentierte Olaf Jandura eine Studie zur Vielfalt konstruktiver Medienangebote im Vergleich zu etablierten Medien. Die Analyse von 1.844 politischen Nachrichtenbeiträgen zeigt: Konstruktive Medien beziehen häufiger Akteur:innen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Bevölkerung ein und verteilen Verantwortung für Lösungen breiter. Zugleich weisen sie insgesamt eine geringere interne Themen- und Akteursvielfalt auf.
Schrumpfende Mitte, Abspaltung der Ränder
Im Vortrag mit Christiane Eilders vom CAIS NRW ging es um ideologische Polarisierung und politisch-kommunikative Milieus in Nordrhein-Westfalen. Auf Basis einer dreiwelligen Befragung zwischen 2020 und 2024 zeigt die Studie, dass Polarisierung in NRW weniger als einfache Spaltung in zwei Lager erscheint, sondern vielmehr als zunehmende Fragmentierung an den Rändern der politischen Öffentlichkeit.
Hype oder Zäsur? Wie stark und wie schnell verändert KI die Kommunikationswissenschaft?
In einem Panel mit Gerhard Vowe, Johannes Breuer, Marlis Prinzing, Miriam Bernhard und Max Schindler wurde diskutiert, wie Künstliche Intelligenz Studium, Lehre und Forschung verändert. Im Mittelpunkt standen Fragen nach neuen Anforderungen an Ausbildung, Prüfungen, wissenschaftliche Praxis und den verantwortungsvollen Umgang mit KI in der Kommunikationswissenschaft.
Die Beiträge machten deutlich, wie eng aktuelle kommunikationswissenschaftliche Forschung mit zentralen gesellschaftlichen Fragen verbunden ist. Ob Vielfalt im Journalismus, Polarisierung in Nordrhein-Westfalen oder der Wandel wissenschaftlicher Praxis durch KI: Alle Themen berühren grundlegende Voraussetzungen demokratischer Öffentlichkeit und boten wichtige Impulse für Forschung, Lehre und gesellschaftlichen Austausch.
Prof. Dr. Olaf Jandura
Persönliche Webseite
E-Mail: olaf.jandura@hs-duesseldorf.de
Hochschule Düsseldorf
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
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